image

Die neue Grundsteuerformel: Wer zahlt mehr und wer profitiert von den Steuervergünstigungen?

  • svg Informacion
  • svg

Die albanische Regierung hat eine umfassende Reform der Berechnung der Grundsteuer für Wohnimmobilien vorgeschlagen. Neben einer Erhöhung des Steuersatzes sieht der Gesetzentwurf auch eine neue Berechnungsformel vor. Ziel ist es, Eigentümer von Immobilien mit geringerem Wert zu entlasten, während für Immobilien in den teuersten Wohnlagen eine höhere Steuerbelastung vorgesehen ist.

Sollte das Gesetz verabschiedet werden, werden die Änderungen zunächst Tausende Haushalte in Tirana und anschließend alle Gemeinden Albaniens entsprechend den festgelegten Freibeträgen betreffen.

Wie wird die Grundsteuer derzeit berechnet?

Derzeit wird die Grundsteuer für Wohnimmobilien auf Grundlage des Immobilienwertes berechnet, der anhand der offiziellen staatlichen Referenzpreise ermittelt wird.

Die aktuelle Formel lautet:

Immobilienwert × 0,05 % = Jährliche Grundsteuer

Nachdem die offiziellen Referenzpreise im Jahr 2023 erhöht wurden, mussten viele Haushalte eine deutlich höhere jährliche Grundsteuer zahlen, obwohl der Steuersatz unverändert blieb.

Was sieht die neue Formel vor?

Der Gesetzentwurf enthält zwei wesentliche Änderungen:

  • Erhöhung des Steuersatzes von 0,05 % auf 0,1 % oder 0,2 %, je nach Entscheidung des jeweiligen Gemeinderats.

  • Einführung einer neuen Methode zur Berechnung der steuerpflichtigen Bemessungsgrundlage für den Hauptwohnsitz.

Gerade diese neue Berechnungsmethode entscheidet darüber, wie hoch die Steuerbelastung für Immobilieneigentümer künftig ausfallen wird.

Wer profitiert von dem 50%-Freibetrag?

Für den Hauptwohnsitz sieht der Gesetzentwurf vor, dass bis zu 50 % des Immobilienwertes steuerfrei bleiben können – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Für die Gemeinde Tirana wurde ein maximaler Steuerfreibetrag von

8,4 Millionen Lek

vorgeschlagen.

Liegt der Immobilienwert unter dem Doppelten dieses Betrags (16,8 Millionen Lek), wird die Grundsteuer lediglich auf 50 % des Immobilienwertes berechnet.

Übersteigt der Immobilienwert jedoch 16,8 Millionen Lek, entfällt der 50%-Freibetrag. In diesem Fall gilt lediglich der feste Freibetrag von 8,4 Millionen Lek, während der darüber hinausgehende Wert besteuert wird.

Was passiert in den teuersten Stadtteilen Tiranas?

Die stärksten Auswirkungen werden in den Gebieten mit den höchsten offiziellen Referenzpreisen erwartet, darunter:

  • Ehemaliges Blloku

  • Pyramidenviertel

  • Myslym-Shyri-Straße

  • Botschaftsviertel

  • Künstlicher See

Ein Beispiel:

Eine Wohnung mit 90 m² im ehemaligen Blloku hat einen offiziellen Referenzwert von rund 20,5 Millionen Lek.

Nach der derzeitigen Regelung zahlt der Eigentümer:

10.278 Lek pro Jahr (0,05 %)

Wird der Steuersatz auf 0,1 % erhöht, steigt die jährliche Steuer auf:

12.156 Lek pro Jahr

Das entspricht einer Erhöhung von rund 18 %, obwohl der Steuerfreibetrag berücksichtigt wird.

Sollte der Steuersatz 0,2 % betragen, erhöht sich die jährliche Steuer auf:

20.556 Lek pro Jahr

Damit verdoppelt sich die derzeitige Steuerbelastung.

Was gilt für Gebiete mit niedrigeren Immobilienwerten?

In den Außenbezirken und Gebieten mit niedrigeren Referenzpreisen wird die Auswirkung geringer ausfallen.

Entscheidet sich der Gemeinderat für einen Steuersatz von 0,1 %, werden viele Haushalte dank des vorgesehenen Freibetrags nahezu denselben Betrag wie bisher zahlen.

Wird jedoch ein Steuersatz von 0,2 % beschlossen, verdoppelt sich die jährliche Grundsteuer auch in diesen Stadtteilen.

Beispielsweise zahlt eine Wohnung im Gebiet Ali Demi – Shkozë derzeit:

4.626 Lek pro Jahr

Mit einem Steuersatz von 0,2 % steigt die Steuer auf:

9.252 Lek pro Jahr

Welche Gebiete Tiranas sind betroffen?

Der Gesetzentwurf basiert auf der bestehenden Einteilung Tiranas in 11 Katasterzonen mit insgesamt 32 Unterzonen, darunter:

  • Ehemaliges Blloku

  • Pyramidenviertel

  • Pazari i Ri

  • Myslym Shyri

  • Komuna e Parisit

  • Künstlicher See

  • Selvia

  • Don Bosko

  • Zogu i Zi

  • Lapraka

  • Ali Demi

  • Allias

  • Fresku

  • Kombinat

  • Yzberisht

  • Sauk

  • Kinostudio

  • Porcelan

  • Medrese

  • Bregu i Lumit

Die unterschiedlichen Referenzpreise in diesen Stadtteilen erklären, warum sich die neue Steuerformel nicht auf alle Eigentümer gleichermaßen auswirken wird.

Was sollten Immobilieneigentümer beachten?

Sollte der Gesetzentwurf in seiner derzeitigen Form verabschiedet werden, sollten Eigentümer insbesondere folgende Punkte berücksichtigen:

  • den offiziellen Referenzwert ihrer Immobilie,

  • ob es sich um ihren Hauptwohnsitz handelt,

  • den in ihrer Gemeinde geltenden Steuerfreibetrag,

  • den vom Gemeinderat festgelegten Steuersatz (0,1 % oder 0,2 %).

Diese Faktoren bestimmen die jährlich zu zahlende Grundsteuer.

Was bedeutet das für Immobilieneigentümer?

Die Reform soll das Steuersystem gerechter gestalten, indem Eigentümer von Immobilien mit geringerem Wert entlastet und Besitzer hochwertiger Immobilien stärker zur Finanzierung beitragen.

Wie hoch die tatsächliche finanzielle Belastung ausfällt, hängt letztlich davon ab, welchen Steuersatz die jeweilige Gemeinde festlegt.

Für Eigentümer und Immobilieninvestoren wird es daher immer wichtiger, nicht nur den Kaufpreis einer Immobilie zu berücksichtigen, sondern auch die laufenden Steuerkosten, da diese die Gesamtkosten einer Immobilieninvestition unmittelbar beeinflussen.


Категории

Последние публикации