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EILMELDUNG: Kein Rückgang der Wohnungspreise erwartet – Die Baukosten steigen weiter

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Die Wohnungspreise in Albanien werden voraussichtlich auch in den kommenden Monaten auf ihrem derzeitigen Niveau bleiben, obwohl einige Käufer mit sinkenden Preisen rechnen. Dies erklärt Erjon Harizi, Geschäftsführer des Albanischen Bauunternehmerverbandes. Steigende Baukosten, die Abwertung des Euro, der Arbeitskräftemangel und die höhere Steuerbelastung setzen den Immobilienmarkt weiterhin unter Druck.

Nach Angaben von Harizi hat sich das Tempo des Preisanstiegs zwar im Vergleich zu den vergangenen Jahren verlangsamt, dennoch gibt es derzeit keine Faktoren, die zu sinkenden Wohnungspreisen führen könnten. Betrachtet man den Markt in albanischen Lek, falle der Preisanstieg weniger stark aus als häufig angenommen. Gleichzeitig mache die Abwertung des Euro eine Senkung der in Euro ausgewiesenen Wohnungspreise praktisch unmöglich.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den Endpreis von Wohnimmobilien sind die kontinuierlich steigenden Baukosten. Neben höheren Löhnen und dem Mangel an Arbeitskräften belasten auch steigende Grundstückspreise, Steuern, strengere technische Standards sowie höhere Planungs- und Überwachungskosten den Sektor. Bei einigen Projekten kann der Anteil des Grundstückseigentümers bis zu 50 % des gesamten Projektwertes ausmachen.

Harizi betont, dass sich der albanische Bausektor im Jahr 2026 stabilisiert habe, ohne jedoch in eine rückläufige Entwicklung einzutreten. Die Sommermonate führten traditionell zu einem Rückgang der Wohnungsverkäufe in Tirana, während die Nachfrage im September wieder deutlich ansteige.

Eine der größten Herausforderungen für die Bauunternehmen bleibt der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Nach Angaben des Bauunternehmerverbandes zwingt der Mangel an Ingenieuren, Architekten, Technikern und Facharbeitern die Unternehmen dazu, höhere Löhne zu zahlen, verstärkt in Schulungen zu investieren und Arbeitskräfte aus dem Ausland einzustellen, wodurch die Projektkosten weiter steigen.

Harizi weist außerdem darauf hin, dass ausländische Arbeitskräfte zwar dazu beigetragen haben, Projektverzögerungen zu vermeiden, gleichzeitig jedoch zusätzliche Kosten für Dokumentation, Unterkunft, Transport und Schulungen verursachen. Die Qualität der Bauprojekte in Albanien habe sich dank der Anwendung der Eurocodes und europäischer Standards deutlich verbessert. Entscheidend seien technische Kontrolle und zertifizierte Baumaterialien – nicht die Nationalität der Beschäftigten.

Zu Spekulationen über eine mögliche Überversorgung des Marktes erklärt der Geschäftsführer des Albanischen Bauunternehmerverbandes, dass er keine konkreten Anzeichen dafür sehe. Tirana verzeichne weiterhin eine hohe Nachfrage nach Wohnraum. Stabile Preise, steigende Mieten, ein begrenztes Angebot an fertiggestellten Wohnungen sowie die fortgesetzte Kreditvergabe der Banken zeigten, dass der Markt weiterhin aktiv sei.

Zum Abschluss seines Interviews mit Ekofin.al betont Harizi, dass der Bausektor weiterhin zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der albanischen Wirtschaft gehöre und einen bedeutenden Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt, zur Beschäftigung und zur Entwicklung zahlreicher verbundener Branchen leiste. Um diesen Beitrag langfristig zu sichern, seien stabile Steuerpolitik, schnellere Verwaltungsverfahren und mehr Rechtssicherheit für Investoren erforderlich.